Was ist uns unser Essen wert? 

WPF Haushalt und Soziales in Klassenstufe 8

 

„Ist es bei euch auch so? Ihr geht an den Kühlschrank, nehmt einen Joghurt heraus und wollt ihn essen. Aber dann seht ihr auf das Verfallsdatum – gestern abgelaufen – und ihr denkt: „Iiii, der ist ja abgelaufen, den kann ich nicht mehr essen“ und ihr kickt ihn in den Müll.

DSC 0023-privatDoch STOPP – es ist gar nicht so schlimm, wenn das – vom Hersteller gesetzte – Verfallsdatum erreicht ist. Deshalb setzt eure fünf Sinne ein und prüft:

  • Sieht der Joghurt noch so aussieht, wie ein Joghurt aussehen soll?
  • Riecht er typisch – leicht säuerlich - nach Joghurt?
  • Hat sich nur etwas Molke abgesetzt, die beim Umrühren sich wieder mit dem Joghurt verbindet?
  • War die Verpackung unauffällig, so wie gewohnt?
  • Und zum Schluss - ein kleinen Bissen -  schmeckt, wie mein Lieblingsjoghurt schmecken soll?

Also: Solange er nicht verschimmelt ist, ist er zu gut für die Tonnen.

Mit so einem Joghurt kann man noch einen super Nachtisch zubereiten, z.B. Joghurt mit Früchten: Die Früchte (auch hier die, die bald gegessen werden müssen) waschen und in kleine Stücke schneiden und unter den Joghurt mischen. Jetzt hast du etwas Feines zum Naschen.

Also überlege es dir lieber zwei Mal, ob du wirklich alles wegschmeißen musst, nur weil das Verfallsdatum erreicht ist. Mit den meisten Sachen kannst du nämlich noch etwas Leckeres zum Essen zaubern. Nasa Memeti

In Deutschland landen jährlich bis zu 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.

65% der Abfälle könnten noch ganz oder teilweise verwendet werden. Die meisten von uns glauben, dass nur wenig Lebensmittel in der Mülltonne landen.

Doch: Jedes achte gekaufte Lebensmittel wird weggeworfen! Das sind 82 Kilogramm pro Person und Jahr in Deutschland. Jeder von uns wirft jährlich Lebensmittel im Wert von 235 Euro weg, bei einer vierköpfigen Familie fast 1000 Euro.

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Wann hast DU das letzte Mal Lebensmittel weggeworfen und was waren die Gründe dafür?

Wachgerüttelt durch Filmsequenzen aus „Taste the waste“ oder „Essen im Eimer – die große Lebensmittelverschwendung“ näherten wir uns dem Thema und untersuchten verschiedene Bereiche des sorglosen Umgangs mit Lebensmitteln.

Wir fanden aber nicht nur Nachlässigkeiten bei den Erzeugern und Händlern, immer wieder mussten wir uns die Frage stellen: Und wie verhalte ich mich?

Dadurch zum Nachdenken angestoßen entwickelten wir – mit Hilfe einer Mind map – Ideen, wo wir in unserem Alltag ansetzen können nachhaltiger mit Lebensmitteln umzugehen. Dies beginnt bei Einkauf und Lagerung und endet bei einer fantasievollen Resteverwertung. Deshalb haben wir nach ganz vielen Rezepten gesucht, gefunden und z.T. ausprobiert, das meiste war wirklich lecker, können wir verraten.

Der Höhepunkt war der Besuch von Herrn Hebestreit von „Mundart“ Restaurant in Saulheim (Rheinhessen), der mit uns einen ganzen Vormittag aus altem Brot, leicht welkem Ruccola und „angedatschtem“ Obst, mit einfachen Tricks leckere Snacks zaubert.

Das Projekt Ernährung nachhaltig gestalten: Was ist uns unser Essen wert? wurde vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz initiiert, mit dem Ziel Jugendliche für den bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. 

Dabei stehen die Themen Wertschätzung von Lebensmitteln, Nachhaltigkeit und der Erwerb von Fertigkeiten bei der Lebensmittelverwertung im Fokus.

Für das Projekt bewarben sich über 600 Schulen in Rheinland-Pfalz, vierzig Schulen wurden ausgewählt – unsere Schule durfte teilnehmen.

  

Hier noch ein paar Bilder von unseren Erlebnissen